Leben in Nottuln

Kommunaler Wärmeplan für die Gemeinde Nottuln

Die Bereitstellung von Warmwasser, Raum- und Prozesswärme macht zusammen etwa die Hälfte der benötigten Energie in Deutschland aus. Aktuell wird ein Großteil dieser Energie fossil erzeugt. Um die Klimaziele zu erreichen, ist es daher wichtig, Wärme mit klimaneutralen Alternativen zu erzeugen und dadurch die sogenannte Wärmewende umzusetzen. 
Doch die Fortschritte im Wärmesektor fallen bisher im Vergleich zum Stromsektor gering aus − die langen Investitionszyklen bei baulichen und auch technischen Maßnahmen in der Wärmeinfrastruktur bedingen die Trägheit der Wärmewende.
In Anbetracht der Tatsache, dass die heutigen Entscheidungen Auswirkungen bis weit in die Zukunft haben, ist der Handlungsbedarf im Wärmesektor enorm.
Um diese Aufgabe zielgerichtet anzugehen, erstellt die Gemeinde Nottuln mit der kommunalen Wärmeplanung eine wichtige Orientierungsgrundlage.
Der kommunale Wärmeplan wird der Gemeinde einen klaren Leitfaden bieten, um die Wärmewende anzugehen und dabei Planungssicherheit zu schaffen. Je früher Gemeindewerke, Energieversorger und Gebäudeeigentümer:innen Orientierung für Investitionsentscheidungen erhalten, je früher sie zukunftsweisende Entscheidungen treffen können, desto günstiger wird die zukünftige Energieversorgung für jeden Einzelnen.

Die folgenden Abschnitte sollen dabei genauer erläutern, warum eine kommunale Wärmeplanung notwendig ist und welche Bedeutung beziehungsweise welchen Nutzen sie für die Bürger:innen sowie die Unternehmen in Nottuln hat. Außerdem werden wir Sie regelmäßig über den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung informieren.

 

Zeitplan

  • März 2023: RATSBESCHLUSS
    Der Rat beschließt – früher als gesetzlich verpflichtet — dass Nottuln einen Wärmeplan erstellen und dafür Förderung beantragen soll. [Ratbeschluss]

     
  • August 2023: FÖRDERZUSAGE
    Die Nationale Klimaschutzinitiative der Bundesregierung sagt die Unterstützung im Rahmen der Kommunalrichtlinie zu.

     
  • November 2023: VERGABE & BEAUFTRAGUNG
    Nach einer Ausschreibung wird das Projekt wird an das Büro „energielenker projects” vergeben. [Die Energielenker]

     
  • Januar 2024: START WÄRMEPLAN
    Mit der ersten Runde des Lenkungskreises beginnt das Projekt. In zweiwöchentlichen Jour fixes treffen sich Büro und Gemeinde.

     
  • April 2024: VORSTELLUNG IN DER POLITIK
    Im Ausschuss „Umwelt und Mobilität” werden das Projekt und der aktuelle Bearbeitungsstand vorgestellt. [Hier gibt’s den Vortrag zum Download.]

     
  • Ab Mai 2024: AKTEURSBETEILIGUNG
    Akteure der Wärmeplanung wie Gemeindewerke, Netzbetreiber, Industrie und Gewerbe werden in unterschiedlichen Formaten einbezogen.

     
  • Juni 2024: VORSTELLUNG IN DER BÜRGERSCHAFT
    Am 24. Juni lud die Gemeinde in den Schulze Frenkings Hof nach Appelhülsen ein. Hier erläuterte ein Referent der Verbraucherzentrale NRW die Auswirkungen der kommunalen Wärmeplanung auf Bürgerinnen und Bürger. [Hier gibt’s den Vortrag zum Download]

     
  • August 2024: WORKSHOP FOKUSGEBIETE
    Zur Auswahl der zwei bis drei Fokusgebiete, für die konkrete Umsetzungspläne erarbeitet werden, wird ein Workshop angeboten, an dem sich verschiedene Akteure beteiligen können.

     
  • Oktober 2024: VERÖFFENTLICHUNG ZWISCHENERGEBNIS I
    Nachdem die Bestand- und Potenzialanalyse abgeschlossen sind, werden diese ersten Ergebnisse auf der Website veröffentlicht.
    Hier startet auch die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Sie können die Dokumente → hier herunterladen und bis zum 29. November Stellungnahmen dazu an waermeplanung@nottuln.de abgeben.

     
  • Dezember 2024 (geplant): VERÖFFENTLICHUNG ZWISCHENERGEBNIS II
    Zielszenario und Wärmewendestrategie mit Maßnahmenplan bilden den zweiten Teil der Veröffentlichung an dieser Stelle.

     
  • Erstes Quartal 2025: ABSCHLUSS WÄRMEPLAN
    Der kommunale Wärmeplan wird veröffentlicht. Er ist zwar rein informell und unverbindlich – bietet aber Orientierung für Privatpersonen, Gemeinde und Energieversorger. Erst durch eine gesonderte Ausweisung von Versorgungsgebieten, z. B. durch Ratsbeschluss, werden die Ergebnisse der Wärmeplanung verbindlich.




     

Inhalte der kommunalen Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Schritte:

  1. Im ersten Schritt, die Bestandsanalyse, erfolgt eine systematische Datenerhebung mit dem Ziel, ein umfassendes Bild der aktuellen Wärmesituation zu erhalten. Wie hoch ist der Wärmebedarf? Wie ist der Sanierungstand vorhandener Gebäude? Welche Wärmequellen werden aktuell genutzt? Wo entsteht industrielle Prozesswärme, die potenziell genutzt werden kann?
  2. In der Potenzialanalyse, dem zweiten Schritt der kommunalen Wärmeplanung, liegt der Fokus auf der Identifizierung der bestehenden Chancen zur Reduzierung des Wärmebedarfs. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Es werden auch Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärme zur Erzielung einer klimaneutralen Wärmeversorgung untersucht.
    Als potenzielle Energie- bzw. Wärmequellen kommen Solarthermie, Umweltwärme, Geothermie, Biomasse, Windkraft und Photovoltaik sowie die Nutzung von Industrieabwärme infrage. Ziel ist es, auf der Basis dieser Ergebnisse im nächsten Schritt eine Prognose für das Zielszenario zu erstellen und den voraussichtlichen zukünftigen Wärmebedarf abzuschätzen.
  3. Der dritte Schritt ist das Zielszenario: Dieses beschreibt, wie sich die Wärmeversorgung in Nottuln langfristig entwickeln soll – sowohl für das Zieljahr (Vorgaben der Bundesrepublik: 2045, Beschluss des Gemeinderats: Klimaneutralität bis 2030) als auch für Zwischenziele. Dabei wird aufgezeigt, wie die geplante Struktur für die Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme in verschiedenen Gebieten aussehen kann. Dabei erfolgt auch die Identifikation von Gebieten, die sich für ein Wärmenetz oder die Versorgung durch Einzelheizsysteme eignen. Für diese Gebiete werden unter realistischen Annahmen die indikativen Wärmeentstehungskosten für verschiedene Systeme berechnet.
  4. Schlussendlich wird es in der Wärmewendestrategie konkret: Sie skizziert einen Transformationspfad, der von einem im Rahmen der Bestandsaufnahme ermittelten Ist-Zustand ausgeht und auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung abzielt. Dabei wird deutlich gemacht, welche entscheidenden Schritte zeitnah unternommen werden müssen, um das vorgegebene Ziel innerhalb des geplanten Zeitraums zu erreichen. Die Wärmewendestrategie zeichnet sich durch eine klare strategische Ausrichtung aus, in der das erarbeitete Szenario nachvollziehbar und transparent in konkrete Handlungsempfehlungen sowie eine Abfolge von Maßnahmen mit groben Zeitplänen umgewandelt wird. Hierbei werden auch örtliche Herausforderungen und Hindernisse analysiert, und es werden Lösungsansätze skizziert, um diese zu überwinden.

 

In ausgewählten Bereichen tiefer ins Detail
In ausgewählten Bereichen geht die Wärmeplanung tiefer ins Detail. Für zwei bis drei Fokusgebiete, die kurz- und mittelfristig prioritär zu behandeln sind, gilt es zusätzlich konkrete, räumlich verortete Umsetzungspläne zu erarbeiten. Auswahlkriterien für die Fokusgebiete können beispielsweise ein hohes Energieeinsparpotenzial, ein Potenzial für den Aufbau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes oder auch lokal verfügbare erneuerbare Wärmequellen sein. Die Konzepterstellung wird von intensiver Akteurs- und Bürgerbeteiligung begleitet, ebenso wie von der Entwicklung von Controlling- und Verstetigungsstrategien, die den langfristigen Erfolg des Vorhabens sicherstellen sollen.

 

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Das Projekt wird gefördert


Unser Vorhaben „KSI: Kommunale Wärmeplanung in der Gemeinde Nottuln” wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative der Bundesregierung im Rahmen der Kommunalrichtlinie unterstützt. Laufzeit: 1.10.2023 – 30.09.2024, Förderkennzeichen: 67K25671.

Weitere Informationen zur Förderung unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie

 

Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Kontakt

Lisa Röthinger
Team Klimaschutz & Mobilität
Stiftsplatz 7 (Raum 712)
48301 Nottuln
Telefon 02502 942 349
E-Mail waermeplanung@nottuln.de 

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